"RealCooked Food" - ein Trend beginnt im Markt zu greifen - PRESSEBERICHT

Markenarbeit, Wettbewerb durch Eigenmarken, Rezeptur-Optimierungen, Komponenten-Variationen, Verpackungs-Alternativen, Wolf-Hund-Diskussionen, Fleisch-Proteinalternativen-Debatten, Billigpreis-Kämpfe, Online-Handel, Verbraucher-Zurückhaltung – lässt man im Hinblick auf Hundefutter die letzten Branchenjahre Revue passieren, so erlebt man dabei das stets sich ähnliche des immer Gleichen. Zeit also, für etwas ganz neues? Die sei längst angebrochen, sagt Greenologe und FairFresh-Gründer Klaus Wagner.

Das Ende einer Branchen-Epoche: Vom Marketing-Stellrädchen zur Sackgasse

All die im Vorspann genannten Begriffe betrachtet Klaus Wagner als "Vokabeln mit nur noch Erinnerungswert an eine zu Ende gegangene Zeit". Diese laut ihm vergangene Zeit sei eine "Epoche der Effizienzsteigerung" gewesen. Jahre in denen Marken bzw. Hersteller an den "Stellrädchen des Marketings herumgedreht" hätten. Um, je nach Feinjustierung, an Produkt, Preis, Distribution oder Kommunikation herum zu doktern". Etwa, um den "allerneuesten Schrei einer angeblich innovativen Proteinquelle in die Dose zu quetschen".

Künftig nicht "noch mehr Weniger" – sondern mehr Effektivität

All diesem Branchenbemühen in der Vergangenheit um mehr Effizienz, stellt Wagner nun die Idee einer Zeitenwende gegenüber. Nach dieser gehe es fortan nicht mehr um Steigerung von Effizienz, sondern um Verbesserung von Effektivität.

Seine Vorstellung von in Zukunft Effektivitätssteigerung im Sektor Hundefutter beschreibt Wagner so: "Gesundheit des Haustieres ist für Hundehalter zuletzt immer stärker in den Vordergrund getreten. Und Tierarztkosten sind explodiert. Es liegt daher völlig auf der Hand, die Effekte der Tierernährung auf die Gesundheit des Hundes in den Mittelpunkt der Produktbetrachtung zu schieben. Nicht länger, wie bisher, vor allem die Effizienzen eines Hundefutters: Wie wird es lukrativer?"

AGEs und Übervitaminisierung: Wenn Prozesstechnik die Ernährungsphysiologie schlägt

Verwendung hochwertiger Rohstoffe, best mögliche Nährstoffgehalte – vordergründig hätten Hundefuttermarken mit gehobenen Ansprüchen das zwar auch schon (mit) bedacht, sagt Wagner. Aber der Kochprozess der Dose mindere den Nährwert des Futters, weil Nährstoffe mit der Erhitzung zerstört bzw. nach ihr nicht mehr so umfangreich verfügbar sind. Deswegen übervitaminisiere man die Dose von Anfang an, um die Prozessverluste einzukalkulieren. Wagner: "Prozesstechnisch alles richtig gemacht. Aber eben nicht tierernährungsphysiologisch. Dazu kommen noch die hohen Gehalte an AGE´s, (advanced glycation endproducts) in doppelt erhitztem Trockenfutter wie auch in der totgekochten Dose; keiner würde das seinen Kindern als Nahrung geben; deshalb ist die Humanisation von Dosenfutter in Lebensmittelqualität in sich längst ad absurdum geführt worden."

Warum Hundehalter dem "Alleinfutter" zunehmend misstrauen

Der hohe Anteil an Barffütterung und der noch höhere an Teilbarf oder Convenience-Barffütterung im Markt beweist Wagner "die tief sitzende Skepsis der Hundehalter gegenüber angebliche Alleinfuttermitteln, seien sie auch noch so FEDIAF konform." Dahinter stehe die Annahme der Hundehalter, dass was die Schul-Veterinärmedizin behaupte nicht falsch, aber auch nicht die ganze Wahrheit sei. Ansonsten nämlich, dürfe es das große Ausmaß an Futtermittelunverträglichkeiten und -allergien so gar nicht geben. Wagner weiter: "Die Anzahl der Ergänzungsfuttermittel, inklusive diejenigen von Herstellern von Alleinfuttermitteln, spricht doch Bände!" Der Begriff "Alleinfutter" beschreibe doch, dass "alles passt". Fakt sei aber, dass Nassfutter häufig zu viele Proteine (weil die Verdaulichkeit mit der Hochprozessierung sinkt) und zu viel Fett enthalte sowie übervitaminisiert sei. Was aber nutzt es zum Beispiel, wenn Kolostrum in die Rezeptur gegeben, aber im Extruder kaputt erhitzt wird?"

Hochwertige Öle erst nach dem Prozess – das stille Eingeständnis der Industrie

Ernährungsphysiologisch hochwertige Öle würden dem Futter längst nicht mehr vor, sondern bewusst erst nach dem Prozessieren zugegeben, verweist Wagner. "Prozesstechnisch sind Überdosierungen unabdingbar, im Übrigen aber reine Verschwendung und damit latente Produktverteuerung", klärt Wagner auf. "Das ist heute durch low processing-Verfahren komplett vermeidbar." Low processing-Produkte werden im Markt zunehmend mit der Bezeichnung "RealCooked" geführt. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass sie nicht industriell hoch erhitzt sind sondern eher in einem kürzeren und minderen Maße, so wie "selbst gekocht".

Doppelte Trocknung im Extruder: Trockenfutter im Realitätscheck

Die Produktion von Trockenfutter im Extruder, die zweite Säule der Hundefutterproduktion, sei nicht nur "wahnsinnig energieintensiv", so Wagner. Sie entspreche obendrein einer "doppelten Trocknung der Rohstoffe": zunächst bei der Erzeugung der Fleischmehle aus frischem Fleisch, anschließend die zweite Trocknung im Prozessverfahren des Extruders selbst. Wagner: "Kein Nahrungsmittel das Kindern gegeben wird, ist derart hoch prozessiert."

Zeit für das Neue: Longevity statt Lukrativität

Hier regt Wagner nun zum Umdenken an. Das Ziel einer "umfassend gedachten Hundeernährung" sei, die Langlebigkeit des Tieres auf Basis der Effekte seiner Ernährung neu in den Fokus zu nehmen. "Betrachtet man Tiergesundheit, Tiergesundheitskosten und den Wunsch der Halter nach einer möglichst langen gemeinsamen Zeit mit dem Tier", sagt Wagner, dann "landet man bei genau der Kernfrage der effektiven Hundeernährung: Wie viel Natürlichkeit ist möglich, wie viel Prozessierung ist nötig?"

Der "Sweet Spot": So viel Natürlichkeit wie möglich, so wenig Prozessierung wie nötig

Best mögliche Nährstoffausbeute ohne Gefahr von pathogenen Keimen sei nach Wagner gleichzusetzen mit dem „Sweet Spot", der "schonendst möglichen Prozessierung".

Das Festhalten an Nährwertevorgaben der Schul-Veterinärmedizin sei "im Nachhinein betrachtet für die damalige Zeit zunächst einmal richtig" gewesen. Heutzutage jedoch sei bekannt, dass lower processed-Verfahren eine neue Kategorie von Futter ermöglichen: RealCooked food. Die Nährstoffe aus solchem Futter würden vom Hundeorganismus besser aufgenommen sowie effektiver verwertet.

Kritik an der "alten Zeit": Fast Food als verschleiertes Geschäftsmodell

Wagner: "Was wir heute wissen ist: intensives Processing macht den besten Rohstoff kaputt. Und prozessbedingte vorauseilende Überdosierung ist Verschwendung. Hinterher ist man immer klüger. Aber die Fehler bisher dominierender `Fast Food-Produktion´ von Hundefutter ist mithilfe von Ergänzern lange Zeit kaschiert worden und hat den Blick aufs wesentliche verschleiert: die Longevity des Tieres. Und eben deswegen geht es heute um hundegerechte RealCooked Hundeernährung."

Wissenschaftliche Abrundung statt reiner Empirie

Um beim Endverbraucher glaubwürdig zu sein, müsse effektive Hundeernährung belegbar sein, unterstreicht Wagner dann noch: "Vieles das wir heute zu effektiver Hundeernährung sagen können, beruht auf Studien vor allem aus den USA und obendrein viel Empirie. Es wird für die Handels- und Verbracheraufklärung aber mehr durchtragende Argumentationsketten brauchen. Für die bedarf es noch der wissenschaftlichen Abrundung."

Neue Begrifflichkeiten, für mehr Klarheit beim Hundehalter

Wagner will nicht länger die Simplifizierung der Hundeernährung gegenüber dem Halter, die da lautet: "Bequemlichkeit und Preis gehen über Gesundheit und Langlebigkeit des Tieres." Beispiel 1 dazu: alternative Proteine. Sie seien derzeit eher in den Snackbereich hinein verbannt, weil sie weder preislich noch inhaltlich vom Hundehalter in Alleinfutter akzeptiert werden. Beispiel 2 dazu: Unverträglichkeiten und Allergien: Beides habe man gegenüber dem Endverbraucher bislang durch Premiumisierung und Individualisierung zu durchbrechen versucht. Es brauche laut Wagner aber der Hund weder teures Premiumtrockenfutter, noch hoch individualisiertes Futter, sondern nur lowest processed Futter. Wagner: "Um die bisherige Premiumisierungs- bzw. Individualisierungs-Argumentation durchzuhalten, gibt es gar nicht genug Datenpunkte, die diese Argumente sicher belegen. Dazu bräuchte es tierindividuelle Genom-Analyse, Blutuntersuchungsreihe, Mikrobiom-Analysen und dergleichen – die es in diesem Sektor bisher gar nicht gibt."

Vom "Humanisierten Tier" zum wesensmäßigen Hundsein

Was es stattdessen brauche, das sei kein weiterhin "Gerede von einer Humanisierung des Tieres". Gesucht werde stattdessen ein neuer Begriff, der das wesensmäßige Hundsein des Hundes treffsicher beschreibe. Etwas wie "dem Tier durch RealCooked food die längst mögliche Lebensdauer zu garantieren". Bisheriges "gently cooked"-Hundefutter seien allesamt gefroren (frost food) oder gekühlt (chilled food); die damit verbundene Ressourcenverschwendung müsse wegen der geführten Energieverbrauchsdebatte verhindert werden, weshalb Wagner ein fairfresh Verfahren entwickelt hat, das ungekühlte Haltbarkeit von kurz gekochter Nahrung ermöglicht: RealCooked food.

Neue Wege zu einem neuen Ziel: Die vierte Säule des Hundefuttermarktes

"Low processed RealCooked food" sieht Klaus Wagner als künftig "vierte Säule des Hundefuttermarktes, neben Nassfutter, Trockenfutter und Barffutter". Umso dringender brauche es zusätzlich zur neuen Kategorie RealCooked food "auch Marken die sie vorleben, um den Markt wirksam zu bewegen". Wagner fordert mehr veterinärmedizinische Forschung rund um "low processed food", um die Effekte von "low processed food" auf den Hund durch wissenschaftliche Langzeit-Fütterungsauswertungen zu belegen. Erste Studien dieser Art in den USA hätten gezeigt, dass "low processed food" versorgte Hunde tatsächlich um Jahre länger lebten.

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